Kraft- und Leistungsvektoren
In der Welt des Sporttrainings sprechen wir oft von Kraft im Allgemeinen. In den letzten Jahren hat die Sportwissenschaft jedoch ein verfeinertes Konzept in den Mittelpunkt gerückt: den Kraftvektor. Mit anderen Worten: Es kommt nicht nur darauf an, wie viel Kraft man aufbringen kann, sondern auch in welche Richtung man sie einsetzt.
In der Welt des Sporttrainings sprechen wir oft von Kraft im Allgemeinen. In den letzten Jahren hat die Sportwissenschaft jedoch ein verfeinertes Konzept in den Mittelpunkt gerückt: den Kraftvektor. Mit anderen Worten: Es kommt nicht nur darauf an, wie viel Kraft man aufbringen kann, sondern auch in welche Richtung man sie einsetzt.
Zwei Richtungen, zwei Aufführungen
Die während der Bewegung wirkenden Kräfte lassen sich hauptsächlich in zwei Vektoren unterscheiden:
Vertikale Kraft: Sie wird von oben nach unten (oder umgekehrt) entwickelt und wirkt im Grunde der Schwerkraft entgegen. Sie ist typisch für Übungen wie Kniebeugen, hohe Sprünge und Sprünge aus der Plyo-Box.
Horizontale Kraft: Sie wird entlang der anterior-posterioren Achse (vorwärts und rückwärts) entwickelt und umfasst Bewegungen wie Hüftstöße, Schlittensprints, Kettlebell-Schwünge und Vorwärtssprünge.
Diese beiden Arten von Kraft sind nicht austauschbar. Während die vertikale Kraft die Explosivität und Sprungkraft verbessert, ist die horizontale Kraft enger mit der Lauf- und Sprintleistung verbunden.
Siehe auch:
Plyo-Box - Hüftschwung - Schlitten - Kettlebell-Schwung
Was sagt die Wissenschaft?
Mehrere Studien haben die Wirksamkeit der beiden Ansätze untersucht. Zu den bekanntesten gehören:
- Contreras et al. (2016) verglichen zwei Gruppen von jugendlichen Athleten: Die eine führte ein Protokoll für die vordere Hocke (vertikale Kraft) durch, die andere für den Hüftstoß (horizontale Kraft). Die erste Gruppe verbesserte sich bei vertikalen Sprüngen, die zweite erzielte bessere Zeiten bei 10- und 20-Meter-Sprints.
- Reyes et al. (2018) analysierten mehr als 500 Athleten aus verschiedenen Sportarten und zeigten, dass die vertikalen und horizontalen Komponenten der Kraft unterschiedliche Qualitäten ausdrücken. Die Interpretation ist klar: Um sich beim Laufen zu verbessern, muss man den horizontalen Schub trainieren.
- Eine italienische Studie mit jungen Fußballspielern (Azzone, Colli, Surico) hat gezeigt, dass horizontales Training zu deutlicheren Verbesserungen der Sprintgeschwindigkeit führt, während vertikales Training eine größere Wirkung auf die Sprunghöhe und die Koordination hat.
Ausbildung in die richtige Richtung
Was bedeutet das nun für Sportler, Trainer und Fans?
Das bedeutet, dass wir, um unsere Leistung zu optimieren, über Kraft auf eine vektorielle Weise nachdenken müssen. Es reicht nicht aus, "hart" zu trainieren, man muss auch "in die richtige Richtung" trainieren. Wenn Ihr Ziel darin besteht, schneller zu laufen, sind Übungen mit einer horizontalen Komponente von entscheidender Bedeutung. Wenn Sie hingegen höher springen oder Ihre Explosivität verbessern wollen, sollten Sie sich auf vertikale Übungen konzentrieren.
Im Idealfall ermöglicht eine intelligente Kombination beider Reize den Aufbau eines kompletten Athleten, der bereit ist, sich den verschiedenen Anforderungen der jeweiligen sportlichen Aktivität zu stellen.
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