Functional Training ist keine Modeerscheinung, sondern die logische und wissenschaftliche Weiterentwicklung des körperlichen Trainings.
Sie hat ihre Wurzeln in der Rehabilitation und in einem tiefen Verständnis der Kinesiologie und ist heute die fortschrittlichste Methode zur Optimierung der menschlichen Leistung in jedem Kontext, vom Alltag bis zum Wettkampf.
In diesem Artikel werden wir seine Entstehung, seine wichtigsten Grundsätze und seine Auswirkungen pragmatisch analysieren, ohne dabei eine kritische Perspektive zu vernachlässigen.
Die Ursprünge und die Entwicklung des funktionellen Trainings ,Das Konzept der “Funktionalität” im Sport hat eine komplexe und vielschichtige Geschichte. Obwohl es heute oft mit kommerzieller Fitness in Verbindung gebracht wird, liegt sein wahrer Ursprung im klinischen und Rehabilitationsbereich. Der Grundgedanke, der von den Pionieren des funktionellen Rehabilitationstrainings vertreten wurde, war, dass der Körper nicht für einzelne Muskeln (muskelzentrierte Theorie), sondern für die integrierten Bewegungen trainiert werden sollte, die für das Leben selbst notwendig sind. Ursprünglich zielten die Physio- und Ergotherapeuten auf die Wiederherstellung der motorischen Grundfähigkeiten (Gehen, Greifen, Aufstehen) ab. Später wurde diese Sichtweise von Persönlichkeiten wie Vern Gambetta (der als einer der Väter des sportartspezifischen Trainings gilt) und Michael Boyle, um nur einige zu nennen, auf brillante Weise in das Sporttraining übernommen und systematisiert. Sie argumentierten, dass das Krafttraining die dynamischen und chaotischen Anforderungen der jeweiligen Sportart nachahmen sollte, anstatt die Muskeln in Maschinen zu isolieren. Ihre These, die das Dogma der Muskelisolation widerlegte, war einfach: Der Körper bewegt sich nicht in isolierten Segmenten, sondern als ein Satz von mehreren Komponenten, einer ständig miteinander verbundenen kinetischen Kette.
Funktionelles Training erfordert eine gründliche Anfangsbeurteilung (wie sie von Gray Cook mit dem FMS - Functional Movement Screen - empfohlen wird), um Funktionsstörungen zu erkennen, bevor die Bewegung belastet wird. Das Engagement von SIDEA, einem europäischen Marktführer bei der Entwicklung und Vermarktung von Functional Training Tools, ist absolut. In der Tat hängt die Wirksamkeit des Functional Training strikt von den verwendeten Tools ab. Bei einer kritischen Betrachtungsweise ist es von wesentlicher Bedeutung, dass die Geräte den Körper nicht in feste Bahnen zwingen, sondern dreidimensionale Bewegungsfreiheit ermöglichen und stimulieren. SIDEA ist strategisch positioniert und bietet Geräte an, die von Großgeräten bis hin zu Kleingeräten reichen. In den letzten 15 Jahren hat SIDEA große Anstrengungen in die Forschung und Entwicklung von Kleingeräten gesteckt, die alle Bereiche der menschlichen Bewegung abdecken: von propriozeptiven (wie das Freeman-Board), stabilisierenden (Duneball), reaktiven (Flowbag) bis hin zu integrativen (si-bag und Riesenball) und sogar explorativen Geräten wie der si-mace Kettlebell und schließlich den sinneswahrnehmenden Geräten wie der Speed Ladder und der Plyo Box.
All diese Hilfsmittel, die von Natur aus eine nicht-lineare Stabilisierung und Bewegung des Körpers erfordern, entsprechen perfekt den Kriterien der Multiplanarität und des Trägheitskraftmanagements, den Säulen des modernen funktionellen Trainings.
Die Schlüsselkriterien des wissenschaftlichen Funktionstrainings Der technische Ansatz des Funktionstrainings basiert auf einer Reihe von miteinander verbundenen kinesiologischen Prinzipien, die alle darauf abzielen, die Effizienz und Belastbarkeit des neuromuskulären Systems zu verbessern.
- Die funktionelle Dreifaltigkeit: Beweglichkeit, Stabilität und Integration Der wahre Erfolg des funktionellen Trainings beruht auf der richtigen Integration zwischen den Körpersegmenten, ein Konzept, das in der funktionellen Dreifaltigkeit zusammengefasst ist, einem Grundpfeiler der Verletzungsprävention und Leistungsoptimierung. Diese Nomenklatur ist von zentraler Bedeutung für die Bewertung von Bewegungen und für Korrekturansätze wie den Joint-by-Joint-Ansatz, der von Gray Cook und Michael Boyle propagiert wurde. Diese “Dreifaltigkeit” identifiziert die drei entscheidenden Bereiche, die harmonisch zusammenarbeiten müssen: 1. Hüftbeweglichkeit: Die Hüfte soll ein primäres Bewegungs- und Kraftzentrum sein. Ihre Fähigkeit, sich in allen drei Ebenen frei zu bewegen, ist für die sichere Ausführung von Bewegungsmustern wie der Kniebeuge oder dem Ausfallschritt unerlässlich. Eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit zwingt die benachbarten Gelenke (Knie und unterer Rücken), dies zu kompensieren, was zu Belastungen führt. 2) Rumpfstabilität: Der Rumpf ist die Fähigkeit, Bewegungen und Rotationen zu widerstehen (Anti-Bewegungsfunktion). Er fungiert als Brücke, die die Kraft von den unteren Gliedmaßen auf die oberen Gliedmaßen überträgt. Ein Mangel an Stabilität führt zu einer “Streuung” der Energie und einem Leistungsverlust. 3. Skapulare Retraktion/Stabilität: Das Schultergelenk braucht eine stabile “Plattform” (das Schulterblatt), von der aus es arbeiten kann. Die Retraktion des Schulterblatts ist entscheidend für die Stabilisierung der Schulter bei Druck- und Zugbewegungen, um Instabilität zu vermeiden.
- Propriozeption und dynamische Stabilität Propriozeption ist die Fähigkeit des Körpers, seine eigene Position und Bewegung im Raum wahrzunehmen, ein entscheidendes Element in der Psychomotorik und der Bewegungslehre. Es handelt sich dabei nicht um einen passiven Sinn, sondern um ein kontinuierliches Feedbacksystem, das auf Mechanorezeptoren basiert, die das zentrale Nervensystem informieren. - Im Funktionstraining: Das Training auf instabilen Oberflächen oder mit asymmetrischen Lasten (z. B. einbeiniges Kreuzheben) zielt nicht darauf ab, das Gleichgewicht zu erschweren, sondern die neuromuskuläre Reaktion zu verfeinern, indem statische Stabilität in dynamische Stabilität während der Bewegung umgewandelt wird.
- Multi-Artikularität und Multi-Planarität Der menschliche Körper bewegt sich in drei räumlichen Ebenen und bezieht mehrere Gelenke gleichzeitig mit ein: Multi-Artikularität: Synergistische Beteiligung mehrerer Gelenke (z. B. Kniebeuge mit Beteiligung von Knöchel, Knie und Hüfte). Multi-Planarität: Bewegung, die die drei Kardinalachsen kreuzt: Sagittal (Flexion/Extension, z. B. Squat), Frontal (Abduktion/Adduktion, z. B. Lateral Lunges) und Transversal (Rotation, z. B. Woodchop). Alberto Andorlini betont im Rahmen des funktionellen Trainings in Italien, dass die meisten Verletzungen und Leistungsschwächen auf ein Defizit in der transversalen Ebene, d.h. im Rotationsmanagement, zurückzuführen sind. Echtes Functional Training trainiert den Körper nicht nur, Kraft zu erzeugen, sondern vor allem, unerwünschten Rotationskräften zu widerstehen und sie zu kontrollieren.
- Umgang mit Beschleunigung, Verzögerung und Trägheitskräften Leben und Sport sind durch schnelle Aktions-Reaktions-Zyklen gekennzeichnet. Technisches Funktionstraining (Boyle, Gambetta) betont die exzentrische Kontrolle. Schlüsselprinzip: Ein Muskel ist funktionell, wenn er die Bewegung effektiv abbremsen und Trägheitskräfte absorbieren kann (exzentrische Phase). Dazu gehört auch das Management der Bodenreaktionskraft (GRF) und der Schwerkraft, also grundlegender physikalischer Kräfte. - Beispiel: Landung aus einem Sprung (Abbremsen) oder Werfen eines riesigen Medizinballs und anschließendes schnelles Fangen (Aufnehmen und Freigeben von Trägheitskräften). Die Effizienz beim Abbremsen ist für die Verletzungsprävention oft entscheidender als die Fähigkeit, allein zu beschleunigen.
Trotz seiner theoretischen Fundiertheit wird Functional Training oft falsch interpretiert.
Pro
- Erhöhte Übertragbarkeit: Maximale Korrelation zwischen dem Training im Fitnessstudio und der Leistung in der realen oder sportlichen Welt.
- Neuromuskuläre Integration: Verbessert die Kommunikation zwischen dem Nerven- und dem Muskelsystem (Koordinierung).
- Verletzungsprävention: Durch das Training komplexer Bewegungsmuster und dynamischer Stabilität wird das Risiko von Funktionsstörungen und Verletzungen verringert.
Gegen
- Übermäßige Verallgemeinerung und Fehlinterpretation: Es besteht die Tendenz zu denken, dass “alles” funktional ist.
die These, dass Functional Training das traditionelle Kraft- und Hypertrophietraining vollständig ersetzen sollte. Ein Sportler oder eine Person, die einen signifikanten Zuwachs an Maximalkraft oder Muskelmasse benötigt, wird weiterhin auf Isolationstechniken und hohe Belastungen zurückgreifen müssen. Functional Training ist nicht die Verneinung von Kraft, sondern deren optimierte Anwendung.
Funktionelle Periodisierung Die Zukunft des funktionellen Trainings liegt in einer Periodisierung, die integriert ist:
- Korrektive Phase: Mit Hilfe von Übungen mit geringer Belastung zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Stabilität der Segmente (erster Rehabilitationsansatz) werden propriozeptive, stabilisierende und reaktive Hilfsmittel für diese Intervention bevorzugt.
- Grundlegende Phase (funktionelle Kraft): Multigelenkübungen in der kinetischen Kette (Kniebeugen, Kreuzheben, Überkopfdrücken), hauptsächlich integrative Übungen.
- Übertragbare Phase (funktionelle Kraft): Integration von Geschwindigkeits- und Trägheitskräften (Ballistik, Plyometrie, Schnelligkeitsübungen), vorwiegender Einsatz von Sondierungs- und Sinneswahrnehmungsinstrumenten, Anwendung aller genannten kinesiologischen Kriterien.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Functional Training als wissenschaftlicher und rigoroser Ansatz für jeden unverzichtbar ist, der nicht nur stark sein will, sondern sich auch besser bewegen und ein motorisch effizientes Leben führen möchte. Die Wahl von Werkzeugen, wie die von SIDEA, einem europäischen Marktführer in der Entwicklung von funktionellen Werkzeugen, wird entscheidend für die Umsetzung des theoretischen Prinzips in eine wirksame und sichere motorische Praxis, dank der enormen Investitionen des Unternehmens in Forschung und Entwicklung und Partnerschaften mit Trainingsschulen wie Strong First, die die auf diesen Seiten dargelegten Prinzipien auf ein hohes Niveau bringen und alle Vorteile hervorheben, die das funktionelle Training in diesem grundlegenden Bereich der sportlichen Vorbereitung mit sich bringt.
Dr. M. Maraldi
Referenzquellen und Autoren:
- Gambetta, V. (2007). Athletic Development: The Art & Science of Functional Sports Conditioning. Human Kinetics.
- Boyle, M. (2016). New Functional Training for Sports. Human Kinetics.
- Cook, G. (2010). Bewegung: Funktionale Bewegungssysteme: Screening, Bewertung, Korrekturstrategien.
- Andorlini, A. (2013) Coaching Movement.

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