Erster Gipfel der Stärke 2026
Am 31. Januar und 1. Februar 2026 trafen sich in Cesena Trainer, Athletiktrainer und Kraftsportler aus der ganzen Welt zum StrongFirst Summit of Strength 2026.
Diese internationale Veranstaltung war nicht nur ein technisches Update, sondern vor allem eine Gelegenheit, über die Entwicklung des Begriffs der Kraft und die Art und Weise, wie sie trainiert wird, nachzudenken.
Unter den zahlreichen hochkarätigen Präsentationen stieß das von Michael Maraldi vorgestellte und entwickelte 3D-Training mit einem Ansatz, der Biomechanik, motorische Kontrolle und neuromuskuläre Organisation integriert, auf besonderes Interesse.
3D
Vom Muskel zum System Das 3D-Training basiert auf einer zentralen Annahme: Der menschliche Körper ist ein sich selbst organisierendes dynamisches System.
Im Einklang mit der Theorie der dynamischen Systeme ist die Bewegung nicht das Ergebnis eines zentralen Befehls, der einzelne Muskeln nacheinander aktiviert, sondern ergibt sich aus der Interaktion zwischen ihnen:
- Einschränkungen des Körpers (Struktur, Beweglichkeit, Kraft, Bewegungsgeschichte)
- Aufgabenbeschränkungen (Last, Geschwindigkeit, Richtung)
- Umgebungseinflüsse (Oberfläche, Werkzeug, Schwerkraft)
Nach dem Newell'schen Beschränkungsmodell ist es die Interaktion zwischen diesen Faktoren, die die Koordinierung bewirkt.
Die effektive Technik wird nicht “aufgezwungen”, sondern ergibt sich als optimale Lösung innerhalb dieser Zwänge. In diesem Zusammenhang zielt das 3D-Training darauf ab, Bedingungen zu schaffen, unter denen das neuromuskuläre System gezwungen ist, sich dreidimensional und integrierend anzupassen:
- Sagittalebene
- Frontalebene
- Querebene
Jede effektive sportliche Bewegung entsteht durch die gleichzeitige Bewältigung von Linear-, Rotations- und Scherkräften.
Funktionelle Anatomie 3D
Die Hierarchie der Volumina
Während des Eingriffs wurde der Körper anhand von Funktionsvolumen und nicht anhand einzelner Muskeln interpretiert:
Kernband - Kern
Er ist der Dreh- und Angelpunkt der Kraftübertragung und der Hauptregulator der Systemstabilität. Bei Bewegungen mit mehreren Gelenken stellt er den Integrationspunkt zwischen Krafterzeugung und -richtung dar.
Proximale Volumen - Beine und Arme
Sie sind die Hauptgeneratoren der Kraft. Sie ermöglichen die Erzeugung von Kraft und die Positionierung des Körpers im Raum.
Distale Volumina - Hände, Füße und Kopf
Sie dienen als abschließende Elemente:
-
der Fuß wirkt auf den Boden ein (Bodenreaktionskräfte)
-
die Hand bedient das Werkzeug
-
der Kopf steuert das Gleichgewicht und die motorischen Absichten
Aus dieser Organisation geht die sogenannte:
Funktionale Dreifaltigkeit = Kraft - Stabilität - Richtung (Antrieb)
Die von den proximalen Segmenten erzeugte Energie muss durch das zentrale Volumen moduliert und effektiv auf die distalen Segmente übertragen werden.
Eine optimale Koordinierung ist daher das Ergebnis einer integrierten Abfolge und nicht von isolierten Aktivierungen.
Die Instrumente des Gipfels: Praktische Anwendung des 3D-Modells Während des Gipfeltreffens wurden verschiedene Instrumente eingesetzt, um funktionelle Einschränkungen zu schaffen, die eine emergente Koordination und dreidimensionale Anpassung anregen.
LOW HEX BAR 9212/3 Wird verwendet, um an der Beziehung zu arbeiten zwischen: Massenschwerpunkt (COM) Stützpunkt (BOS) Ausrichtung der Last in Bezug auf den Körper: reduziert die Scherkräfte auf die Säule erleichtert das Erlernen des dreidimensionalen Stabilitätsmanagements erfordert kontinuierliche Mikroanpassungen des Kerns unter Belastung Die Geometrie der Ausrüstung wird dann zu einer positiven Einschränkung, die die motorische Organisation zu effizienteren Mustern führt.
Total Core Pin 9029 Werkzeug zur Überbrückung zwischen reiner Kraft und komplexer Koordination. Bei ballistischen und diagonalen Bewegungen (z. B. Holzhacken) ermöglicht sie die Erkundung der so genannten Spiralkraft, wobei Folgendes hervorgehoben wird: funktioneller Drehpunkt des Fußes Übertragung der Energie aus der Hüfte Übertragung durch den Kern distaler Abschluss Die Hand erzeugt nicht die Kraft: Sie stellt das letzte Glied einer kinetischen Kette dar, die aus der Interaktion mit dem Boden entsteht.
Belastbare Macebell 2139 Die Kegelglocke bringt ein hohes Drehmoment und eine erhebliche Verlagerung des Schwerpunkts mit sich. Sie ist nicht einfach ein Gewicht, das angehoben werden muss, sondern eine Trägheit, die es zu beherrschen gilt. Die Kegelglocke erhöht die Komplexität des Systems und zwingt den Organismus zur Entwicklung verfeinerter Kontrollstrategien, indem sie die Steuerung der Zentrifugal- und Zentripetalbeschleunigung sowie die intersegmentale Koordination verbessert. In Bezug auf die Systemdynamik erhöht sie die Aufgabenzwänge und fördert die Entstehung neuer koordinativer Lösungen.
3D-Schulung und Prävention
Stärke ohne Starrheit Eine der wichtigsten Passagen in Maraldis Rede betrifft die Prävention von Verletzungen.
In einem schlecht organisierten System neigt der Körper dazu, auf Belastungsanforderungen mit: übermäßigen defensiven Ko-Kontraktionen segmentaler Versteifung unmodulierter Erhöhung der Steifigkeit zu reagieren, was die Effizienz der Geste verringern und die Belastung der passiven Strukturen erhöhen kann.
3D Training hingegen zielt auf die Entwicklung ab:
- modulierte Steifigkeit: Fähigkeit, sich nur bei Bedarf zu versteifen verbesserte intermuskuläre Synchronisation erhöhte neuromuskuläre Effizienz
- Korrektes Training der segmentalen Rotation und der Antirotationskontrolle: Verbesserung der Kraftverteilung entlang der kinetischen Kette.
Es geht nicht darum, die Bewegung zu “blockieren”, sondern sie so zu organisieren, dass die Kraft ohne Streuung oder übermäßigen Ausgleich übertragen wird.
Ein zentraler Grundsatz, der sich während des Gipfels herauskristallisierte, lautet: Man kann seine Stärke nicht zum Ausdruck bringen, wenn man nicht über einen stabilen und dynamisch kontrollierten Standfuß verfügt.
Eine neue Sprache der Stärke Michael Maraldis Beitrag zum StrongFirst-Gipfel der Stärke 2026 verdeutlichte den kulturellen Wandel, der sich in der Welt des körperlichen Trainings vollzieht.
Krafttraining bedeutet heute
Die Integration von Produktion und Kontrolle der Zugbewegung in drei Dimensionen schafft intelligente Zwänge, die eine neuartige Koordination fördern und Anpassungsfähigkeit sowie Leistung entwickeln.
Beim 3D-Training geht es nicht nur um das Bewegen von Lasten, sondern auch um die Fähigkeit, Trägheit, Schwerpunkt und äußere Kräfte effizient und nachhaltig zu steuern.
Der Berichterstatter
Michael Maraldi ist ein internationaler Kraft- und Konditionstrainer mit solider praktischer Erfahrung und einer Vision, die sportliches Training, motorische Kontrolle und Verletzungsprävention integriert.
In seiner Rede auf dem Gipfeltreffen schlug er eine zeitgemäße Lesart von Kraft vor: Sie wird nicht mehr nur als die Fähigkeit verstanden, Muskelspannung zu erzeugen oder hohe Lasten zu heben, sondern als die Fähigkeit des Körpersystems, sich in Raum und Zeit effizient zu organisieren.
Das Kernkonzept seines Vortrags lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Körper funktioniert nicht durch isolierte Muskeln, sondern durch koordinierte Bewegungsmuster.
Dr. Giacomo Collini


